Schamanische Heiltechniken

Schamanismus

Zitat von Herrn Emeritus Univ.-Prof. Dr. Mittermayer, Institut für Pathologie, Universitätsklinikum Aachen, anlässlich einer Diskussion zusammen mit Dirk Reichel bei der Katholischen Hochschulgemeinde Aachen im Jahre 2001, „Schamanismus und moderne Medizin“:

„Bevor jemand Medizin studiert, sollte er erst einmal Schamanisums erlernen.

Erst dann wird er ein wirklich guter Arzt.“

Zunächst eine weitere erstaunliche Feststellung vorweg:

Schamanismus ist als effektive Methode bei psychosomatischen Erkrankungen

von der WHO (Welt-Gesundheits-Organisation) anerkannt!

Aber sehen wir zuerst einmal woher Schamanen kommen bzw. was sie machen:

In allen Kulturen gab es Schamanen, die sowohl Heiler, Lehrer als auch Stammesführer waren. Schamane wurden solche Menschen, die sich durch eine erhöhte Beobachtungsgabe in Bezug auf ihre Umwelt und den Vorgängen in den Gemeinschaften sowie durch eine hohe Sensitivität auszeichneten und so über Wissen verfügten, welches sich der Aufmerksamkeit ihrer Mitmenschen entzog. Sie wurden geschätzt und gefürchtet, denn sie taten Dinge, die oft für den “normalen” Menschen unerklärlich waren. Vom Regen-Machen über Beratungen bis zu Heilmethoden, Ritualen und Hellsehen reichten Ihre Aufgaben und Fähigkeiten.

Nicht nur Hexen wurden verfolgt; bis zu Zeiten des ersten Weltkriegs wurden auch in Russland Schamanen von der Kirche verfolgt und bekehrt oder hingerichtet. Doch wurde ein Teil des Wissens über diese Zeit hinaus bewahrt und inzwischen werden die wichtigsten Heilmethoden wieder von den Schamanen, z.B. den Indianern, weitergegeben.

Dabei unterscheidet man etliche Arten von Schamanen: z.B. der Kräuterschamane: Der Schamane ging (oft mit Hilfe von Kräutern) in eine Trance/Halbtrance, betrachtete darin den Patienten, sah die energetischen Muster, die zur Krankheit führten und ging dann in den Wald um die Kräuter zu suchen, die eine entsprechende Ausstrahlung hatten. Die ersten „Kräutertherapeuten“ waren insofern Schamanen und auch die alte chinesische Medizin hatte schamanische Wurzeln.

In einigen Kulturen, vor allem in Südamerika, arbeiten die Schamanen vorwiegend mit Pflanzendrogen. Es gibt auch Rituale in denen Schamanen sich in Trance tanzen, vor Erschöpfung zusammenbrechen und dann Visionen haben. Diese Methoden sind sehr speziell und werden hier üblicherweise nicht praktiziert.

Eine andere und bekanntere Methode ist die Arbeit der Schamanen mit ihren Helfern, den sogenannten Krafttieren und Lehrern, welche dem Schamanen den Heilungsweg zeigen. Im Prinzip waren sie also in der Trance so etwas wie aurasichtig oder medial (DieBach-Blütentherapie von Dr. Edward Bach ist auf diese Weise entstanden.

Schamanische Heilmethoden

Kommen wir nun zu den bekannten schamanischen Heilmethoden. Diese unterscheiden sich grob danach, ob der Patient etwas zu wenig (Krafttier, Seelenanteil) oder etwas zu viel hat (Extraktion erforderlich). Wir unterscheiden also:

1. fehlendes Krafttier
2. Extraktion 3. fehlender Seelenanteil/Seelenrückholung

Grundsätzlich geht der Schamane liegend in eine Trance/Halbtrance (schamanische Bewusstseinsreise), wobei Hände und Knöchel den Patienten berühren. Als Hilfsmittel zur Erlangung der Trance wird meist Musik genutzt, am häufigsten Trommeln, Rasseln oder Didgeridoo.

In dieser Trance/Halbtrance erreicht der Schamane einen Zustand, in dem er die erlebten Informationen der “nicht alltäglichen Wirklichkeit” sofort in die “alltägliche Wirklichkeit” mitnehmen kann. Wäre er in Volltrance, könnte Erlebtes verloren gehen.

Der Schamane ist also ein Mittler zwischen den Welten, egal welche Methoden er anwendet. Daher findet auch die Diagnosestellung in der Trance, d.h. beim Kontakt mit der “nicht alltäglichen Wirklichkeit” statt. Wenn die sogenannte schamanische Reise zu Ende ist, wacht der Schamane auf und erklärt dem Patienten was zu tun ist bzw. was er erfahren hat.

Danach geht der Schamane wieder in Halbtrance und führt mit Hilfe seiner spirituellen Helfer (Krafttiere, Lehrer) die erforderten Rituale durch. In manchen Kulturen übernehmen Schamanen sogar Krankheiten von Patienten und tragen diese dann in schnellerer Form aus. Daher ist es erforderlich dass ein Schamane eine starke Person ist, auf allen Ebenen.

Zurück zu den gebräuchlichsten Behandlungsmethoden:

Zu 1. fehlendes Krafttier

Wenn ein Mensch geschwächt ist, kann es sein, dass er sein Krafttier verloren hat. In heutigen New-Age-Kreisen würde man von spirituellem Begleiter oder Schutzengel mit ähnlichen Funktionen sprechen. Wenn der Schamane dies erfährt, macht er sich auf einer Trancereise auf die Suche nach einem Krafttier. Hat er ein solches gefunden (nach speziellen Merkmalen), so nimmt er dieses mit in die “alltägliche Wirklichkeit” und haucht es dem Patienten ein.

Der Patient muss es dann willkommen heißen. Oft spüren die Patienten in den nächsten Tagen dann dass sie wieder mehr Energie haben und es kann wie bei allen Ritualen zu spontanen Heilungen kommen. Meist begegnet einem das Krafttier in der nächsten Zeit auch immer öfter in Zeitschriften, Fernsehen etc.

Zu 2. Extraktion

Wenn der Schamane auf seiner Reise feststellt, dass der Patient von etwas “Besessen” ist – nicht zu verwechseln mit der kirchlichen Bedeutung des Wortes – muss er dies heraus¬ziehen/extrahieren. Mit “Besessen” kann z.B. gemeint sein, dass sich ein Tier oder Gegenstand als Symbol zeigt, welches nicht in den Körper des Patienten gehört. Zur Behandlung geht der Schamane erneut in Trance, sieht den Gegenstand und zieht diesen heraus. Dies kann eine Weile dauern. Anschließend wird die entstandene Lücke mit “Heilwasser” wieder aufgefüllt.

Zu 3. fehlender Seelenanteil/Seelenrückholung

In vielen Kulturen wird die Seele nicht als ein Ganzes dargestellt, sondern als aus verschiedenen Seelenteilen bestehende Gesamtseele. In der chinesischen Medizin spricht man von 5 Seelen, die genaue Aufgaben haben und über die Elemente den einzelnen Organen zugeordnet sind. Auch im tibetischen Buddhismus wird sehr differenziert, wenn man von der Seele spricht.

Wenn man z.B. von jemanden in der Kindheit terrorisiert oder missbraucht wurde, kann es sein, dass eine übermächtige „Person“ von einem Seelenanteil Besitz ergriffen hat, häufig, weil ihr ebenfalls ein Seelenanteil fehlt. Manchmal sind es sogar mehrere Seelenanteile, die verloren gegangen sind. Auch Vergewaltigungen, schwere Erkrankungen, Operationen (Bewusstseinsverlust) und andere schlimme Erlebnisse können zu einem Verlust eines Seelenanteils führen. (Buchtips: Sandra Ingermann…).

Zur Therapie benötigt der Schamane einen Gegenstand, den der Patient trägt bzw. getragen hat. Diesen nimmt er in die Hand und in seinem geistigen Auge mit auf die folgende schamanische Reise. Den Seelenanteil erkennt er an diesem Gegenstand, der in der Trance mit dem verlorenen Seelenanteil auftaucht. Daraufhin muss der Schamane häufig erklären/verhandeln, damit der unrechtmäßige „Besitzer“ des Seelenanteils versteht und einsieht, dass ihm der Anteil nicht gehört und er ihn gehen lassen muss. Ist die Person im Physischen verstorben, muss der Schamane häufig sogar die entsprechende Seele des Verstorbenen in das “Reich der Toten” begleiten (s.u.). Dann nimmt er den Seelenanteil, hält ihn fest, reist zurück und haucht den Seelenanteil dem Patienten an die Stellen ein, die er vorher gesehen hat.

Es kommt oft anschließend zu dem Gefühl endlich wieder ganz, bewusster und wacher zu sein. Häufig melden sich auch lebende Personen wieder, die mitbeteiligt bzw. betroffen waren und Verhältnisse zu den Menschen verändern sich. Auch der Seelenanteil muss natürlich willkommen geheißen werden und gepflegt werden, damit er sich wieder an den Menschen gewöhnt.

Generell sollte noch erwähnt sein, dass die Bilder in Trance, die der Schamane empfängt oft Entsprechungen sind. Sie müssen nicht übereinstimmen mit der “alltäglichen Wirklichkeit”

Noch ein kurzer Exkurs zum Thema verstorbene Seelen:

Der Schamane sieht in Trance häufig die Seelen Verstorbener und das ist auch völlig natürlich für ihn. Wichtig ist nur, wo er ihnen begegnet, denn sie gehören in das “Reich der Toten”. Wenn diese Seelen irgendwo anders herumirren, geht es ihnen meist schlecht. Dies kann z.B. passieren, wenn ein Mensch plötzlich bei einem Unfall verstirbt und nicht merkt/einsieht, dass er tot ist bzw. hier nicht mehr hin gehört. Sensitive Menschen können solche Seelen bewusst oder unbewusst wahrnehmen. Dies kann solche Menschen spontan so irritieren, dass z.B. beim Autofahren Fehler gemacht werden. Wenn dies an manchen Stellen immer wieder passiert kann dies eine Ursache sein – und evtl. geistern dann immer mehr Seelen dort herum. Auch das ist genauso wie Sterbebegleitung eine Aufgabe des Schamanen, solche Seelen zurück zu bringen wo sie hin gehören, damit sie zur Ruhe kommen können.