Japanische Akupunktur

Wussten Sie:

  • dass es viele Arten der Akupunktur gibt?
  • das Akupunktur bei fast allen Erkrankungen helfen kann?
  • das Akupunktur Menschen therapiert anstatt Krankheiten zu bekämpfen?
  • Das man zur Heilung immer Körper, Geist und Seele behandeln muss?

Es gibt viele Arten der Akupunktur, was viele Menschen nicht wissen. Man unterscheidet u.a. die sog. „Barfuss“-Akupunktur, 5 Elemente Akupunktur, die TCM (traditionelle chinesische Medizin) mit Ihrer „Syndrom-Behandlung“, Ohrakupunktur, japanische und koreanische Akupunktur.
Bei uns im Westen ist momentan leider erstere am meisten verbreitet, da man diese in wenigen Tagen lernen kann. Sie funktioniert wie ein Kochbuch, wenn Schmerzen an einer bestimmten Stelle sind stehen die Punktkombinationen weitestgehend fest. Es gibt kaum Diagnostik, und so behaupten dann einige Ärzte und Krankenkassen die Akupunktur helfe nur bei Schmerzen, was für diese Form sogar stimmt. Da nur Studien gemacht werden die nicht individuell auf Menschen eingehen können, denn sonst sind sie nicht reproduzierbar, entwickelt sich die Akupunktur vor allem im Westen immer mehr in diese Richtung.
Dies wurde in China ähnlich gehandhabt. Unter Mao hatte man einen Medizinnotstand und es mussten schnell viele Therapeuten ausgebildet werden. Hinzu kam, das man einen Exportartikel für den Westen finden wollte. Emotionen zeigen ist nicht populär in China, so strich man kurzerhand alle emotionalen Behandlungen stark zusammen und schrieb die tausende Jahre alten Klassiker um. Zum Glück gibt es noch Abschriften aus früherer Zeit in den Universitäten anderer Länder.

Die TCM (Traditionelle Chinesische Medizin)

Aber in China hat sich eine sehr viel umfangreichere Ausbildung durchgesetzt, die sogenannte TCM (Traditionelle Chinesische Medizin), wenngleich der Name sehr irreführend ist. Wirklich traditionell ist diese nämlich nicht. Sind die Therapien zu unterschiedlich bzw. widersprüchlich, wurde nur eine der Formen akzeptiert. Früher wurde pragmatisch akupunktiert, wenn eine Methode nicht half, wurde ein anderer Therapieansatz verfolgt. So entstand die große Erfahrungsheilkunde der Akupunktur über mehrere tausend Jahre. Dies war nicht kompatibel mit der westlichen Kausalität, denn hier gibt es nur ein entweder/oder, kein sowohl/als auch – dadurch wurde die Akupunktur vieler ihrer stärken beraubt um sie zu vereinheitlichen, auch zum Export in den Westen.
In der TCM wurde eine neue Diagnostik eingeführt. Diese fasst sog. Syndrome zusammen, eine Art Syptom-Sammlung die sich auf die Organsysteme bzw. Funktionskreise bezieht. Diese ist sehr weitreichend und gut, kennt man doch in China Zusammenhänge, die wir im Westen erst langsam anfangen zu verstehen. Beispiele hierzu später. Da wie gesagt viel der Erfahrungsheilkunde verloren ging und man in China sehr viel mehr Wert auf Kräuter legte, ging die ganze Diagnostik in diese Richtung. So wird die Zunge diagnostiziert, der Puls und eine ausführliche Befragung erfolgt. Bei der Zungendiagnose wird die Farbe, Form und Belag, sowie die Unterzungenvenen begutachtet und bewertet. Die Pulsdiagnose unterscheidet auf 6 verschiedenen Positionen in jeweils 3 Tiefen über 30 Formen des Pulses. So gibt es beispielsweise einen gespannten Puls (wie eine Gitarrenseite), oder einen oberflächlichen (pocht oben, lässt sich aber leicht wegdrücken) u.v.m. Inzwischen hat man Geräte in China entwickelt, die bis zu 10 verschiedene Pulse messen können, da man sonst nicht genügend Ärzte hat. Diese werden in großen Krankenhäusern eingesetzt.
Diese Werte sind für eine Kräuterbehandlung hervorragende Diagnostiken, für die Akupunktur jedoch nur begrenzt brauchbar. So entstand dann aufgrund der Kräuterdiagnostik die Meinung man könnte vieles nicht mit Akupunktur behandeln, wenn man nicht zusätzlich Kräuter verwendet. Für die TCM stimmt dies auch, aber nicht für die Akupunktur die früher praktiziert wurde. Die TCM ist übrigens in China ein Vollzeitstudium von mindestens 3 Jahren, Vollzeit heißt Internat mit 360 Tagen im Jahr von morgens bis abends!! Ein Beispiel für die Herleitung einer Syndrom-Diagnose:
Zum Organ oder besser Funktionskreis Niere (über das Element Wasser mit der Blase gekoppelt) weiß man in China folgendes:
Die Niere gehört zum Element Wasser, wie auch die Blase. Sie ist zuständig für die Ohren/Gehör, das Haupthaar, Zähne, Knochen, Nervensystem und Gehirn, für Angst und Willenskraft, den Harn, für Fruchtbarkeit, Harn, ist verbunden mit dem Winter und mag keine Kälte. Hieraus kann man nun Symptome ableiten, die dann in Syndromen zusammengefasst werden, z.B. Haarausfall, Hörsturz, Angst/Panik oder Unfruchtbarkeit, viele Knochenbrüche oder schlechte Zähne, ein schwaches Nervensystem etc. Nun unterscheidet man die Syndrome nach der tiefe der Erkrankung (chronisch wäre eine starke Vereinfachung, die Unterscheidung ist sehr genau) und nach der Herkunft der Erkrankung bzw. deren Auswirkung. Hat man beispielsweise eine Blasenentzündung (Partner der Niere) oder untere Rückenschmerzen, weil man einem kalten Zugwind ausgesetzt war, spricht man von Kälte, die in Niere bzw. Blase eingedrungen ist. Sind aber der Rücken und die Knie immer wieder betroffen, oder die Knochen brüchig – oder die Eltern hatten ähnliche Erkrankungen (in der Niere sitzt die Erbenergie = Jing), ist von einer Mangelerkrankung der Niere auszugehen.
Des weiteren unterscheidet man Yin und Yang. Man könnte sagen die kühlende, substantielle, ruhende, organische, nachtaktive Energie, das Yin, oder die eher aktive Energie, wovon das Qi, die angesprochene Lebensenergie ein Teil ist. Kann also die Niere nicht mehr das Qi der Lunge in Empfang nehmen (die Lunge nimmt das Qi über die Atmung auf und soll es nach unten bringen), weil sie nicht mehr stark genug ist, könnte sogar Asthma ein Nierenproblem sein, was man sonst eher der Lunge zuordnet in der TCM. Ist ein Mensch ständig schwach, ihm ist kalt, er ist antriebslos, liegt evtl. ein Nieren-Yang-Mangel vor. Bei Nieren-Yin-Mangel wäre die Problematik eher Hitze die sich vor allem nachts in Nachtschweiss zeigen könnte, denn das Yin kann das Yang nicht mehr kühlen. Auch könnten die Organe ein Problem bei der Befeuchtung haben, das Nervensystem unruhig sein, ein Hörsturz wäre auch möglich. Auch Ängste und Panik können sich zeigen.
Sie sehen, ein sehr komplexes System, was vielen Zusammenhängen einen Sinn gibt. Wer käme im Westen schon auf die Idee untere Rückenprobleme mit einem Hörsturz, Kopfhaarverlust oder schlechten Zähnen in Verbindung zu bringen, oder gar mit Ängsten und Panik oder dem Nervensystem oder Depressionen?
Für die Akupunktur gibt sich dann nur das Problem, das man aufgrund der vorgenommenen Diagnostik versucht Punktekombinationen zu nutzen, die für die einzelnen Syndrome vorgegeben sind. Dies funktioniert dann allerdings nur begrenzt, und so kommt dann spätestens bei etwas schwereren Erkrankungen wie dem Nieren-Yin- Mangel der Kommentar: „ohne Kräuter geht das mit der Akupunktur nicht“. Dies ist im Kontext der TCM sogar die traurige Wahrheit, aber nicht wenn man die ursprüngliche Akupunktur anwendet. Natürlich braucht eine schwere Erkrankung ihre Zeit an Therapie, aber das ist auch mit Kräutern so. Sinnvoll ist auch eine Therapie die Kräuter und Akupunktur beinhaltet, vor allem weil dies den Geldbeutel schont. Allerdings ist die TCM-Art der Akupunktur hier nicht so effektiv – denn wie die TCM selber sagt, damit geht halt manches nicht.

Die 5 Elemente Akupunktur

Kommen wir zu einer tiefer gehenden Form der Akupunktur, den 5 Elementen. Diese werden in der TCM übrigens angeblich auch genutzt, aber nur auf dem Papier. Wie oben beschrieben weiß man natürlich über die Zusammenhänge, aber Erkrankungen werden so gut wie ausschließlich nach den Syndromen diagnostiziert und behandelt. Man weiß das z.B. Trauer zur Lunge/Metall gehört, Angst zum Wasser (das geht an die Nieren)…. aber leider wird nicht tiefer geforscht. So kann Angst nämlich in jedem Element auftauchen, Lampenfieber ist z.B. eher dem Herzen/Feuer zugeordnet, hat sie doch mit Kommunikation zu tun. So weit geht die TCM bewusst nicht. Wie gesagt, Emotionen sind nicht so populär zu zeigen/kommunizieren in China.
Früher war dies einmal anders, und im Westen haben wir es dem Therapeuten J.R. Worsley zu verdanken, das wir inzwischen sehr viel mehr über dieses 5 Elemente-Verfahren wissen als die breite Masse der Ärzte in China. So werden 5 Grundtypen unterschieden, eben nach den 5 Elementen. Dies geschieht dann über sehr genaue Diagnose, wobei auf Gesichtsschattierungen, den Klang der Stimme oder unterschwellige Körpergerüche Wert gelegt wird. Auch die Fähigkeit Emotionen normal zu handhaben wird hierbei unterschieden. Ärger kann angebracht sein, und Menschen die sich dann nicht ärgern, obwohl es normal wäre, haben durchaus ein Problem mit Ärger, nämlich nicht ausgelebtem. Dies gehört zum Holzelement, und vermutlich werden wir dann Leber oder Gallenblasenprobleme vorfinden. Allerdings stehen die 5 Elemente zu einander in Beziehung. Die Mutter, also der Energielieferant der Leber/Holz ist die Niere/Wasser, so kann auch eine überaktive Leber der Niere zu viel Energie abziehen. Dies würde sich dann in Form von Haarverlust über Knochen- , Zahn- oder Gedächtnisproblemen, Rücken- oder Knieschmerzen, Migräne oder Tinnitus uvm zeigen.
Die Leber/Holz kontrolliert die Milz/Erde, zuständig für die Verdauung. Daher sich auch dort das Problem zeigen. Vielleicht haben also Darmprobleme etwas mit Ärger zu tun. Vielleicht aber auch nur mit zu kaltem Essen (Obst im Winter ist nicht die Idee der Chinesen, denn Obst kühlt). Besteht lange eine Verdauungsschwäche, kommt es zu sog. Blutmangel im Körper. Im Westen untersuchen wir fast ausschließlich die Zusammensetzung des Blutes, in China ist die Menge sehr viel wichtiger. Ist erst einmal zu wenig Blut da, neigt der Rest dazu nicht gut fließen zu können, was zu sog. Stagnationen führt. Nicht zwingend vergleichbar mit Blutstagnationen im Westen wie Schlaganfall, aber die chin. Blutstagnation zeigt sich auch deutlich.
Schmerzen die chronisch und schwer sind wären typisch. Ist der Blutmangel der Grund für die Stagnation (es gibt auch andere Gründe), wird auch Kälte im Körper zu spüren sein. Energiemangel auch, denn das Blut transportiert das Qi. Die Blutstagnation kann sich aber auch sehr direkt zeigen, zum Beispiel in Hämorrhoiden, auf der Haut in Blutschwämmchen bzw. Petechien, bei Frauen in der Menstruation durch große Blutklumpen oder starke Schmerzen, oder bei starkem Blutmangel auch mit ausbleibender Regel. Wer sieht da im Westen den Zusammenhang zu Migräne o.ä.?
Aber schon sind wir wieder nah an der TCM. Sie sehen eine optimale Therapie beinhaltet mehrere Ebenen. Wenn also der Ärger der Anfang all dieses Szenarios war, dann wird die Therapie ein Kampf gegen Windmühlen, wenn der Patient in einem Umfeld lebt, wo er ständig Ärger hat und er genau damit nicht umgehen kann, weil er ein Holz-Element ist. Übrigens könnte so ein Holz-Typ eventuell sehr gut oder gar nicht organisieren, sehr oder gar nicht kreativ sein, oder er hat tausend Ideen, kann aber nichts umsetzen. All das deutet auf ein schwaches Holzelement. Es geht also darum zu erkennen, welches Element die größten Ungleichgewichte aufweist, da liegt der Ursprung der Erkrankung – die sog. konstitutionelle Schwäche. Es ist wie die Sollbruchstelle am Auto, wenn man vorher wüsste, warum nach 7 Jahren das Auto nicht mehr fährt, und man würde das Teil austauschen, würde man effektiv die Lebenszeit des Autos verlängern. Zudem würden die anderen Teile nicht so sehr in Mitleidenschaft gezogen.
Hierzu kommen noch andere Einflüsse, die das Erkennen und die Erkrankung erschweren können: falsche Ernährung, weil man es nicht besser weiß, oder eben ein schlechtes Umfeld, nicht dem Grundtyp entsprechendes Verhalten – der Nieren-Typ der Angst leugnet und jede gefährliche Extremsportart macht, die er glaubt kalkulieren zu können…
Behandelt man nun das ursprünglich zuerst gestörte Element, kann der Mensch aus tiefster Ebene gesund werden. Vielleicht verschwinden die Symptome nicht zuerst, vielleicht sogar gar nicht, wenn sie schon zu lange bestehen, aber mit Sicherheit wird sich das Leben des Menschen und der Umgang mit sich selbst positiv verändern. Und wenn man genug Geduld hat oder früh genug das Problem erkennt, können manchmal wahre Wunderheilungen geschehen und ein Mensch kann sich völlig neu selbst erleben.

Die japanische Akupunktur

Aber es gibt ja noch einen Bereich der Akupunktur. Die japanische Akupunktur. Was ist nun der Unterschied? Die j.Ak. hat die alten Therapiekonzepte der Chinesen, die Akupunktur-Klassiker (Bücher über 2000 Jahre alt) neu zu Rate gezogen. Bevor diese wie gesagt in China teilweise umgeschrieben wurden. Die in der TCM zu Rate gezogenen Buchklassiker wie der „Gelbe Kaiser/Huang Di Nei Jing“ beziehen sich im übrigen kaum auf die Akupunktur, mehr auf Prinzipien der gesunden Lebensführung. Die weiteren Werke, die Einfluss auf die TCM hatten waren meist Kräuterbücher, die Akupunkturklassiker „Nan Jing“ bzw. „Ling Shu“ werden bei der Akupunktur der TCM nicht beachtet.
Die Akupunktur in Japan hat sich unabhängig von der Kräutermedizin weiterentwickelt, was nicht heißt, das dort nicht auch eine geniale Kräutermedizin betrieben wird. Aber man hat die Akupunktur als ganzheitliches Therapieverfahren belassen und therapiert sehr erfolgreich damit in Japan, auch viele Erkrankungen, die nach der TCM mit der Akupunktur gar nicht zu heilen ist. Da hier eine Akupunktur-Diagnose erstellt wird, kann man auch anders mit den Ergebnissen therapieren. So wird auch hier der Puls zu Rate gezogen, aber nicht nur einmal pro Behandlung, sondern etliche Male in jeder Behandlung. Der Puls gibt dem Therapeuten ein direktes Feedback, ob die Punkte die er nadelt nutzen, und das schon bevor der Therapeut die Nadel einsticht. So wird ein Punkt nicht gesucht indem er laut Büchern eben an einem Ort ist (wie bei der TCM), sondern da, wo es die beste Pulsverbesserung bringt. Der Puls wird immer wieder überprüft, denn er verändert sich sofort, wenn man die richtigen Punkte nadelt, und hier rede ich von Pulsqualitäten, nicht von schneller oder langsamer.

Die Nadelung

In Japan werden viel feinere Nadeln zur Akupunktur benutzt, als in China. Das hat mehrere Gründe. Die Chinesen nadeln mit dickeren Nadeln und tiefer, stimulieren die Nadeln dann meist und warten auf ein sogenanntes „De-Qi“-Gefühl des Patienten. Eine Art Zucken, meist ein kurzer Schmerz. Die Japaner halten das einfach für Nervenschmerzen, und versuchen immer die Nadel so schmerzfrei wie möglich zu nutzen. In den Akupunktur-Klassikern steht nämlich das Qi verläuft auf der Haut, nicht darunter. Schmerz durch einen Nadeleinstich zerstreut das Qi, also das Gegenteil von dem was man meistens erreichen möchte. Es gibt sogar Akupunkteure, die ohne Einstechen der Nadel behandeln, was aber jahrelange Übung erfordert – aber das Ergebnis ist über die Pulsdiagnose direkt überprüfbar und genauso effektiv, wenn beherrscht. Wenn man also die chinesische Akupunktur verwendet und den Nerv reizt, haben die westlichen Studien für diese Art der Akupunktur sogar recht, wenn sie behaupten es handele sich lediglich um Nervenstimulation, die im Hirn messbar ist. Das ist aber nicht der ursprüngliche Ansatz einer Akupunktur!!! Übrigens, ein sog. „De-Qi“-Gefühl gibt es auch bei der jap. Ak., allerdings spürt der Therapeut dies im Bauch, nicht der Patient an der Einstichstelle!
Bei der jap Aku werden sog. Führungsröhrchen benutzt, also eine art Hülse, in der die Nadel steckt, und durch welche die Nadel dann eingestochen wird. Das geschieht nahezu schmerzfrei, oft wundern sich Patienten darüber, dass die Nadel schon in der Haut ist. Durch diese Röhrchen kann man viel feinere/dünnere Nadeln verwenden, ohne Röhrchen ginge das nicht, da die Nadel sich verbiegen würde anstatt durch die Haut zu gehen. Wenn etwas bei der jap Ak schmerzt, dann eher die Punktsuche, wenn mit dem Finger leicht auf die Punkte gedrückt wird. Gestaute Energie an einem Punkt kann manchmal schmerzen, der Nadelstich führt dann oft zu einer sofortigen Erleichterung von schmerzhaften, gestauten Bereichen und so oft auch direkt zur Verbesserung der Symptome. Natürlich gab es noch einen Grund für die Führungsröhrchen, denn in Japan war Akupunktur lange Zeit eine Therapieform die Blinde ausgeübt haben. Die sind oft in der Lage den Punkt genau zu erspüren, nur durch Spüren über der Haut des Patienten, lediglich das Einstechen der Nadel ohne diese zu verbiegen war für Sie nicht möglich. Bambusröhrchen waren damals die ersten Führungsröhrchen. Dank der Blinden ist die Akupunktur auch heute noch in Japan so gut erhalten, wollten doch die Amerikaner damals in Japan die Akupunktur verbieten lassen. Lange Zeit hatten sich die Japaner nicht der Außenwelt geöffnet, bis amerikanische Kanonenboote bei Ihnen auftauchten. Letztendlich verbot man die Akupunktur (als Aberglauben abgetan) nur deshalb nicht, weil men den Blinden ihre Lebensaufgabe nicht nehmen wollte.

Die Diagnose

Ein anderes Konzept der alten chinesischen und der japanischen Akupunktur ist die Bauchdiagnose. Hierbei wird nach verschiedenen Schemas auf den Bauch des Patienten gedrückt oder nur leicht darüber gestrichen. Dies gibt Auskünfte über Störzonen, gestaute Meridiane (Energieleitbahnen, die das Qi durch den Körper transportieren), die Immunabwehr oder Blutstagnationen, Wärmeverteilung im Körper etc. Eigentlich ist oft eine Befragung dabei gar nicht mehr notwendig. Beseitigt man die Störfelder, verschwinden die Symptome meist früher oder später von alleine. Natürlich kann auch das je nach Schwere der Störung unterschiedlich lange dauern. Wichtig ist aber hierbei die komplexe Vorgehensweise. So werden Narben entstört, denn diese können massive Probleme und schwere Erkrankungen verursachen oder Behandlungen blockieren, wenn beispielsweise eine Leitbahn (Meridian) das Qi nicht mehr transportieren kann, weil die Narbe stört.
Auch eine alte Steißbeinverletzung oder ein Halux (Fußknochenauswölbung hinter der großen Zehe, oft wg. hohem Schuhwerk bei Frauen) können jeden Therapieerfolg verhindern. Solche Dinge müssen zuerst entstört werden.
Dann werden die Bauchdiagnose-Zonen entstört. Man drückt an schmerzhaften Stellen und wählt Erfahrungspunkte aus, mit denen das verbessert werden kann. Oft muss sogar der Winkel des Nadeleinstichs variiert werden, bis eine deutliche Besserung an der Teststelle erzielt wird. Das ist vielleicht die älteste Kinesiologie der Welt, für die, die dieses Verfahren kennen. Der Körper sagt uns über sogenannte Alarmpunkte (die gedrückt werden und dann schmerzen können) und über die Bauchdiagnose so ziemlich alles. Ob das Hormonsystem stimmt, die Immunabwehr, welche Organsysteme betroffen sind, und ob es sich nur um Energieblockaden (Qi-Stagnation) oder um Blutstagnation handelt, ob der Körper entgiftet werden muss…… es gibt Erfahrungspunkte-Kombinationen bei manchen Beschwerden…. oft wird Kraut (Beifuss) mit Nadeln benutzt, indem es auf die Nadeln gesteckt wird und abgebrannt wird – das fühlt sich äußerst angenehm an, entspannt oft völlig, zum Beispiel den unteren Rücken bei Schmerzen oder eben Nieren-Mangel (s.o.), oder es wird die Blutproduktion durch Punkte auf dem Bauch angeregt mit dieser sog. Moxa-Therapie. Die TCM kennt diese übrigens auch, allerdings wird sie oft nicht verwendet aufgrund falscher Vorsicht, weil man evtl. Hitze im Körper nicht verstärken möchte (z.B. Hitzewallungen, starkes Schwitzen) – dabei kann ein Blutmangel natürlich Hitzewallungen verursachen, denn Blut kühlt natürlich auch. Wird das Moxa blutaufbauend genutzt, wirkt es dann natürlich gegen Hitzewallungen und verstärkt diese keineswegs. So kann eine Therapieform wie die TCM sich selber behindern.

Vorbeugung

Eine solche Behandlung wird natürlich optimal präventiv eingesetzt, wenn noch keine Gesundheitsprobleme da sind. Oft zeigen sich dann schon schmerzhafte Zonen im Bauch, Alarmpunkte oder Narben, die nicht entstört wurden, Ansammlung von Giften durch z.B. angesammelte Medikamente im Körper o.ä.
Natürlich ist es eher die Ausnahme, das sich hier in Deutschland ein gesunder Mensch alternativ untersuchen lässt. Aber wie oben aufgeführt, ist dieses Verfahren auch sehr effektiv bei praktisch allen Arten von Beschwerden.
Meist muss je nach Schwere der Problematik nach und nach alles abgearbeitet werden, ohne die Narben zu entstören braucht man nicht weiter machen. Beim nächsten Mal muss evlt. entgiftet werden, vielleicht sogar mehrfach. Dabei kann man schon an evtl. vorhandenen Blutstagnationen arbeiten, auch evtl. mehrfach. Aber alles weitere macht dann noch keinen Sinn. Zeigt sich das Hormonsystem über sog. Alarmpunkte anfangs betroffen, kann sich dieses oft nachher von alleine entstören/regulieren, nur durch die vorherigen Therapien. Daher lässt sich nicht sagen, wie viele Behandlungen nötig sind. Ein Richtwert liegt bei 5-10 Behandlungen, dann müssen deutliche Verbesserungen erkennbar sein, je nach Schwere auch schon ein Verschwinden der Symptome. Natürlich gibt es auch Erkrankungen, die lange Behandlung erfordern, dies zeigt sich aber nicht in der Bezeichnung „chronisch“, die der Erkrankung vom Westen verliehen wurden, sondern ausschließlich in der Fähigkeit des Körpers, wie viele Störzonen es gibt, und wie schnell der Körper auf die Behandlung anspricht.
Der Behandlungsintervall sollte bei 1-2 Mal die Woche liegen.

Spirituelle Akupunktur

Die Punkte haben in China Namen bzw. ganze Geschichten, keine Nummern. Nutzt man diese beim Nadeln mit der entsprechenden Intention und erklärt die Wirkungsweise, kann man hierüber die Seele direkt ansprechen. Hierbei wird die feine Nadel nur kurz eingestochen, gedreht und wieder entfernt. Die Konzentrationsfähigkeit des Therapeuten und die Kommunikation mit dem Patienten stehen hierbei im Vordergrund um direkt zur Seele vordringen zu können.
Kombiniert man all diese Verfahren, ergibt die Akupunktur eine ganzheitliche Medizin.
Nun kennen sie viele Bereiche der Akupunktur. Vieles kann man selber unterstützend tun. Die Ernährung evtl. anpassen, nach für uns im Westen ganz neuen Gesichtspunkten, Qi-Gong Übungen machen (eine art ruhige Bewegungen, die den Qi-Fluss und die Aufnahme des Qi verstärken, teilweise auch gezielt in Problembereichen), Kräuter können unterstützen, Gespräche und Erklärungen über die 5 Elemente und den Grundtypus, sowie einen möglichen besseren Umgang mit sich und/oder seinem Leben, seelische Behandlung über Gespräche und die Nutzung der Namen der Akupunktur-Punkte, jeder entscheidet selbst, wie viel er dazu bei steuern kann/möchte damit er gesund wird. Die Akupunktur ist also sehr wohl ein ganzheitliches System, welches auf alle 3 Ebenen wirkt, Körper, Seele und Geist. Denn wer nur einen der drei Bereiche behandelt, kann keine tiefe Heilung erzielen. Allerdings manchmal Symptomfreiheit – die sich dann oft später als Symptomverschiebung herausstellt. Wem fällt denn schon im Westen auf, wenn der Rücken nicht mehr schmerzt, daß die Knieschmerzen oder der Hörsturz vielleicht die selbe Problematik sind – und da könnte doch auch manchmal Angst (Wasser-Element) zu finden sein….